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Heute bei uns eingetroffen: Die neue Kondensator-Serie, die uns vor einigen Wochen bereits angekündigt wurde.

Jetzt wird es spannend - sind doch die...

Es gibt viele Anbieter von guten Lautsprechern - wo fahre ich hin, welche sind für mich die richtigen?

Messebesuch High-End 2016 geschrieben von Dieter Fricke

HIGHEND 2016


Vor ca. 2 Wochen bin ich von der HighEnd 2016 aus München zurück gekommen.

Das ist die wichtigste Ausstellung der Branche. Konzentriert auf HighFidelity und HighEnd die größte „Klangpräsentation“ der Welt. Wer in der Branche weltweit „etwas sagen“ möchte, muss auf dieser Ausstellung präsent sein, denn hier trifft sich die HiFi-Welt und die Umgangs­sprache ist, was auch sonst, Englisch.

Aber was bietet diese jährlich wiederkehrende Ausstellung entwicklungstechnisch? Und was klanglich? Was soll ich dazu sagen?

Monströse Plattenspieler dominierten die Szene. Ich weiß nicht, ob die besser klingen. Vielleicht sollen sie nur dokumentieren, wie verschwenderisch Hersteller und Entwickler mit Material um­ gehen können. Ich habe einen deutschen Direktantrieb, klein und fein und der wurde bei uns bis jetzt klanglich nicht übertroffen. Verstärker mit noch mehr Leistung durch Hochvolttechnologie,

haben wir schon Anfang der 90er Jahre gemacht. Und was wirklich Klangqualität ausmacht, wissen wir seit Gerd Sauermann und seinen Verstärkern sowie den sibirischen Entwicklern mit ihren unkonventionellen aber richtig sinnvollen Netzteilen (NEM).

Aber Lautsprecher: groß, hochglänzend und vor allem teuer. Aber technisch? Nun, soll ich liebevoll oder böse sein? Versuche es mal neutral: Es gab viele Kopien von Kopien von Kopien, aber herausgeputzt bis zum geht nicht mehr und natürlich teuer, sehr teuer, unglaublich teuer...! Und Klang? Wen interessiert denn heute noch Klang? (Zitat eines alten ECOUTON HiFi-Verkäufers aus Bielefeld).

Ehrlich, ich habe eine einzige Vorführung mit herausragend gutem Klang gehört: Kawero!

Guten Klang gab es bei Grimm-Audio und bei Magico. Auf der HiFideLuxe bei A Capella und bei Kii. Faszinierend war die Vorführung bei Silbatone mit uralten (1924?) Hornlautsprechern von Western Electric. Alter Röhrenelektronik (ist es denn wahr?), altem Neumann Plattenspieler, aber mit einem Geheimtippsystem aus Sibirien? Cantate Domino klang so gut wie ich es kenne.

Alle anderen Lautsprecher, in die ich noch rein hörte, machten m.E. nur musikähnliche Geräusche. Besonders schlimm ist die Vorführqualität der einzelnen. Ganz selten wurde die Vorführung kenntnisreich in Musik, Klang und Technik gekonnt moderiert.

Eine Studie (?) präsentierte B&O, deren klanglicher und kommerzieller Sinn mir leider ver­schlos­sen blieb, aber deren akustische Leistung und  innenarchitektonische Gestaltung mich zutiefst beeindruckt haben. Eine lange Diskussion mit dem Demonstranten Geoff Martin machte mir die Absicht von B&O deutlich, den Sinn aber leider nicht.

Aber schlimm wurde es in dem speziellen Auditorium für Mehrkanalwiedergabe. 5 Kanäle mit feinster Technik und 5 Monitore von Geithan – und Joachim Kiesler weiß, was er tut – und es klang wie „Knüppel auf den Kopp“. Wenn die 1. Geigen von hinten links kommen und die Lautsprecher immer die eindeutige Schallquelle sind und aus der Sitzposition 2. Reihe links etwas aus der Mitte von rechts nichts mehr zu hören ist – außer wenn das Fortissimogewitter sich über den Hörer entlädt, dann ist das für mich keine klangliche Offenbarung, eher eine akustische Belastung. Es bestätigt sich für mich wieder einmal, was ich aus unterschiedli­chen anderen Demonstration, in Lemgo, in Dortmund, in Karlsruhe und auch im vorigen Jahr am gleichen Ort, herausgehört habe: Mehrkanalwiedergabe ist nicht gleich mehr Hörgenuss, sondern eher musikalischer Frust.

Meinen Eindruck über Mehrkanaltechnik werde ich nochmal gesondert zum Ausdruck bringen. 

Was mich allerdings besonders verwundert ist, wie wenig bei der Gestaltung und der Bedienung / Handhabung den Bedürfnissen und Wünschen einer der wichtigsten Kaufentscheidungsträger Rechnung getragen wird. Überhaupt, Design ist ein geschmacklich weites Feld nach der Maxime „wer-es-mag...“. Nur wenige haben da einen respektablen Weg gefunden und die B&O 90 ragt da als Lautsprecherskulptur weit heraus. Aber Herr Esslinger hat jetzt ja einen Blick drauf.

Die digitale Welt ist da ja auch ein sehr weites Spielfeld. Wer findet sich da zurecht? ICH nicht - und der gebildete und anspruchsvolle aber immer noch „Otto-Normalverbraucher“? 

Speziell in Deutschland, aber auch in Europa hat „die Branche“ einen Großteil seiner Kunden verloren, deshalb die Konzentration auf Export, auf die Schwellenländer, wo HiFi in die Maslowsche Bedürfnispyramide gekommen ist.

Wäre es aber nicht auch sehr schön, wenn wir in Deutschland resp. In „good old Europe“ das Interesse an guter Musik“wiedergabe“ zu Hause mit faszinierendem Klang - wie original dabei sein -, beherrschbarer Bedienung und „integrativem“ Design wieder erwecken könnten, damit individuelle Manufakturen davon existieren können, auch um den guten Klang immer weiter zu entwickeln.

22. Mai 2016 Dieter Fricke